Februar 2020 - Kultstein Courcelon

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Februar 2020 - Kultstein Courcelon
Kultstein - Courcelon

Bildhaueratelier Selina Gaillard STEIN UND NATUR Durch die Natur erleben wir was es bedeutet zu erblühen und zu vergehen, zu wachsen und zu schlafen. Ein Zyklus der uns umgibt. Auch wir Menschen erleben dies. Nicht nur im Leben als Ganzes sondern auch in Lebensphasen, Abschnitte die wir abschliessen oder neu beginnen. Aus einem Kieselstein, den man in der Natur findet, ein wertvolles Objekt zu erschaffen um ihn dann wieder der Natur zurückzugeben, erscheint auf den ersten Blick sinnlos. Betrachtet man den Stein jedoch als Gefühl, als Augenblick in unserer Lebenszeit, so erscheint es normal ihn verstreichen zu lassen und wegzugeben. So wird der Stein, zusammen mit unseren Gedanken und Wünschen, wieder Teil eines Ganzen. 

STEIN UND ZEIT
Steine sind auch Zeugen. Sie sind Millionen von Jahren alt und haben einen langen Weg hinter sich, bevor wir sie als Kultstein in den Händen halten. Wir finden Steine überall in der Archäologie und der Menschheitsgeschichte, vom Feuerstein, Waffen, mittelalterlichen Burgen bishin zu Heute. Sie haben die Menschen immer geprägt und waren wichtig. Was für ein spannender Gedanke, dass ein KULTSTEIN einmal Teil von etwas Anderem war. Vielleicht ein Mühlstein? oder eine Mauer? Aber die Zeit hat an den Steinen genagt, hat sie verändert, geformt und geschliffen. Wenn wir den KULTSTEIN der Natur zurückgeben, so wird er - zusammen mit unseren Zeichen und Inschriften - seinen Weg weitergehen in die Zukunft.

STEIN UND SELINA
Steine begleiten Selina schon lange durch ihr Leben. Dies nicht nur weil sie ausgebildete Steinbildhauerin ist, sondern einfach weil sie die Steine von Herzen gerne sammelt. Fand sie Steine die ihr gefielen, nahm sie sie nach Hause. So sammelten sich in ihrem Garten über Jahre hinweg Kieselsteine aus den verschiedensten Gegenden und Lebenssituationen. Wenn sie sie betrachte, rufen sie in ihr Erinnerungen wach an vergangene Ferien, an Orte oder wie sie sich damals gefühlt habe. Steine zu verbinden mit Gefühlen oder Erinnerungen, seien sie gut oder schlecht, erscheint ihr ganz natürlich. Vor allem jedoch sammelte und sammelt sie immer noch Kieselsteine auf ihren Spaziergängen in ihrer nahen Umgebung. Ihre Formen und unbekannten Geschichten begannen sie zu inspirieren. So wuchs die Lust, diese Steine zu beschriften oder zu bearbeiten. Und wenn ihr einer nicht mehr gefiel, warf sie ihn zurück aufs Feld oder in den Bach. So entstanden die ersten Kultsteine. Als Bildhauerin möchte sie vor allem auf die Form des Kiesels eingehen, diese unterstützen, Linien verstärken und Muster sowie Struktur einbeziehen. Dies ist ihr wichtig. Es ist ein Wechselspiel, bei dem der Stein mitredet - mit ungewissem Ausgang, wie dieser Tanz ausgeht. Bei dieser Auseinandersetzung fasziniert es sie wie jeder Kultstein sich so ein Stück weit selbst erschafft. Steine sind so alt. Sie sind immer präsent, stumm, einfach nur da. Für Selina sind sie schlafende Begleiter und sie hofft, dies werden sie auch für Sie.